Peterchens Tagebuch Fotoalbum Videos

Montag, 10. August 2015

Eine Herzensangelegenheit

Ich grüße Dich, geneigte Leserin, geneigter Leser und alle, die gerne lesen!
Merhaba! Hoşgeldiniz!

Falls du dich wunderst, wo du gelandet bist, und dich fühlst, als wärst du ausgesetzt auf den Bergen des Herzens – dann hast du nicht ganz unrecht.

Peterchens Maerchenfahrt ist der erste interkulturelle Schmöker seiner Art: für Kinde, junge Erwachsene und natürlich für alle Erwachsenen, die Märchenhaftes lieben und im Herzen noch Kind geblieben sind.

Ursprünglich hatte ich dieses wundersame Werk für jugendliche Deutsch-Türken geschrieben, die ihre eigenen Märchen und Sagen vergessen haben oder erst gar nicht kennen;
mir war auch stets ein Anliegen, dem interessierten Deutschen die fremde Kultur und Eigenheiten der Türkei näher zu bringen, und ich merkte, dass Peterchens Maerchenfahrt sich dafür sehr gut eignet.

"Warum?" Denkst Du gerade, nun:

Durch die Augen eines 12 jährigen Jungen erlebst Du so dann die phantastische Welt der türkischen Märchen hautnah und kommst den Figuren und Erlebnissen, näher, als wenn Du die original Märchen selber eins-zu-eins lesen würdest.
Da der Blondschopf sich, genauso wie Du, den Geschöpfen gegenüber fremd fühlt und sich in der türkisch-fremden Umgebung neu orientieren muss und immer wieder seine eigenen deutsch-kindlichen Gedanken macht, bist Du bei ihm, wenn sich bizarre Dialoge mit den Fabelwesen entspinnen.

Somit ist Peterchens Maerchenfahrt DIE Integrations-Lektüre für DEUTSCHE: ein Aufruf zur MIGRATION ins GEFILDE der MAER
oder einfach ein märchenhaftes Lesevergnügen, welches das Fremde mit dem Vertrauten zu einem neuen Ganzen mischt.

Klingt nach Geschwafel für dich? Nun:

Um ganz ehrlich zu sein hab ich es dem Kind in mir selbst geschrieben, dem man nie Gutenachtgeschichten vorlas, damit er was Eigenes zum  Identifizieren, Schmökern und Frohjauchzen hat.
Ich wünsch mir nur, das ich dich damit auch in eine Fremde Welt entführen, und mit Peterchens Erlebnissen bezaubern kann, wie es mich selbst in seinen Bann zieht.

Für mich gibt es Peterchen und ich wünsch mir so sehr, dass er auch für DICH LEBENDIG WIRD!
Deshalb ist Peterchens Maerchenfahrt für mich eine HERZENSANGELEGENHEIT!

Es würde mich freuen, wenn Dich die Lektüre inspirieren würde.
Deine Lieblingsstellen kannst du gerne illustrieren und mir schicken. Ich werde dafür ein Fotoalbum anlegen.


Möge Peterchen für uns alle lebendig werden!
 


Samstag, 8. August 2015

Prolog : MEDDAH verstummt

Berühmt sind die MEDDAHs, für ihre Art des Geschichtenerzählens.
Sie erzählen nicht nur, nein, sie entführen dich mit ihrer Stimme in ein Reich, in der du verwundbar stark bist, in der Flöhe Schneider und Dromedare Marketender sind und du sieben tage wandern musst, um nur die Länge eines Gerstenkornes hinter dich zu bringen. Deshalb wollte ich auch immer ein MEDDAH werden, um die Leute zu bezaubern mit den Märchen; den Märchen, die ich gerne als Kind hörte, aus dem Munde meines Vaters. Auch er entführte mich in so einige Abenteuer mit Riesen, Drachen und sprechendem Allerlei.
So als Erwachsener versuche ich mich an die Märchen zu erinnern, doch es gelingt mir nicht. Nicht dass ich mich nicht an die Handlungen erinnere, nein, mir fehlt die Sprache, der Klang der Stimme, der dieses Reich wieder zum Leben erweckt...
Nachts, wenn ich nicht schlafen kann und der Wind durchs Gesims rauscht, die Vorhänge zum Flattern bringt und anfängt, mir ins Ohr zu wispern, ist es mir, als wolle er mir die Märchen meiner Kindheit erzählen.
Und ich höre ihn raunen:

Es war einmal, es war keinmal,
in einer früheren Zeit, als das Sieb im Stroh war,
als Esel Wesire und Kamele Barbiere waren,
als es mehr Menschen als Hirse gab, und es Sünde war „mehr“ zu sagen, ging ich drei Monde und sieben tagelang, immer weiter, über Flüsse, über Hügel, ohne Halt, und als ich mich umdrehte, sah ich, dass nicht mal die Länge einer Gerste hinter mich gelegt hatte...
da lebte in der damaligen Zeit ein Padischah. Der befahl seine drei Söhne zu sich ans Krankenbett, um ihnen zu verkünden, dass sie sich auf die Suche nach dem Jungbrunnen machen sollten, nach jenem Jungbrunnen, in dessen Tiefen sich der Trunk der Jugend befand. Und diesen Trunk sollen sie zu ihm bringen, damit er wieder genese. Doch sie sollen sich dort vor eins in acht nehmen, und zwar vor Ejderha, und er erzählt seinen Söhnen, das Geheimnis von Ejderha:
"Höret meine Söhne..." beginnt der Padischah, " neigt euer Ohr zu mir, damit ihr besser höret, denn mein Atem ist schwach, höret gut zu, damit ihr es wisset. Ejderha ist der Hüter des Elexiers, der Wächter des Jungbrunnens. Hütet Euch vor ihm. Hütet euch vor seiner List und seiner Kraft. Hütet euch vor seinen sieben Köpfen. Denn Ejderha ist ein Drache, ein Drache mit sieben Köpfen. Mit allen Köpfen greift er euch an; wenn ihr sie wegschlägt wachsen sie nach; schlägt ihr nur zwei ab, so wachsen zwei, schlägt ihr alle ab, so wachen alle nach; alle deine Angriffe bleiben bei ihm fruchtlos. Meine Söhne, ich sage euch jetzt, wie ihr ihn erlegen könnt, hört zu, ich habe kein Atem mehr, hört gut zu, und merkt es euch, nur eines kann ihn vernichten, und zwar..."

Da verstummt der Wind; ich spitze meine Ohren: Nichts. Kein Flüstern mehr; ich verschliesse meine Augen: meine Lider drücken mir eine Träne heraus; ich neige meinen Kopf und versuche mich an das Märchen zu erinnern. Doch es ist nicht mehr gegenwärtig. Stattdessen taucht vor mir schemenhaft der Schatten eines Kirschbaumes und ich sehe, dass der Baum keine Kirschen trägt, sondern Datteln. Was ist das für ein sonderbarer Baum, frage ich mich und schon entsteigt aus dem Dattel ein Mistkäfer und ich traue meinen Augen nicht. Ich sehe genauer hin. Ja es ist ein Mistkäfer und sogar eine Mistkäferfrau. Da kommt der Abenwind auf, packt die Mistkäferfrau und trägt sie hinunter zum Tal.
Ich höre ihn Flüstern. "Es war einmal, es war keinmal eine Mistkäferfrau..." und schon lässt der Wind das Ungeziefer auf der Weide fallen.
Ich spüre den Wind an meinen Wangen. Verwundert öffne ich meine Augen und siehe da, ich liege unter dem Kirschbaum, alle Viere von mir gestreckt. Ich versuche aufzustehen, doch ich kann nicht. Auf allen Vieren krieche ich am Boden, bis ich nicht mehr krieche, sondern geschickt laufe, und immer leichter fällt es mir zu laufen, behende geschwind, jage ich durch die Weide, geschmeidig, wie eine Katze überbrücke ich Hürden, springe, hüpfe, über Stock und Stein, über Fluss und Wiese.
Der Abenwind kommt wieder auf, streicht über mein Fell und wispert in mein Ohr: "Es war einmal, es war keinmal eine Mistkäferfrau. Sie machte sich auf die Suche nach einem Ehemann und traf eine Katze ..."
und schon sehe ich die Miskäferfrau auf mich zukommen und verwundert rufe ich ihr entgegen: „Hey Mistkäfer, wo kommt du her? Wo gehest Du hin!?“
Beleidigt erwidert sie: „Ich heiße nicht Mistkäfer!“
So frage ich: „Oh, wie heißt Du dann?“
„Kokonierte Kokonella,
bornierte Bonbonella, wohin gehest Du Korallen Perle, hättest du mich fragen müssen.“
„Oh, entschuldiget, unser einer vermochte es nicht zu wissen. Kokonierte Kokonella,
bornierte Bonbonella, wohin gehest Du Korallen Perle?“
„Ich suche mir ein Ehemännchen.“
„Heirate mich!“
„Dein Schwanz ist lang, du würdest mich schlagen.“
„Na dann, viel Glück auf Deinem Weg und hab’ eine gute Reise.“ sagt’ die Katz’...
und wie das Märchen weitergeht. Ich weiss nicht mehr. Auch diese ist verblasst.

Du kannst dir nicht vorstellen, wie ich es liebte den Märchen zuzuhören: Die ewigen Wiederholungen, die wundersame Stimme, der Klang der Stimme, ein Klang, der mich einfing und weiter trug, tiefer in das Land hinein. Die Sätze so karg, die Sätze so unerwartet. alles was geschah war so unmöglich.
Jetzt als Erwachsener kommen sie mir teilweise so brachial vor, ja sogar brutal. Wenn ich die Sätze in meinen Kindertagen hörte, hatten sie nicht den geringsten Anschein von einer Zermaterung und Peinigung. Ich hörte einfach zu und stelle mir nichts Schlimmes dabei vor, wenn ich meinen Vater sagen hörte: "Der Padischah nahm die Augen des Sohnes mit seinen eigenen Händen heraus, steckte sie in die Tasche und befahl danach: 'Los, wirft ihn in einen Brunnen!'."

Das geschah einfach. Es wurde gesagt und damit hatte es sich. So war das Märchen. Es geschah. Es war schön. Schön, so wie es war: Bunt, grell, brutal.
Doch jetzt geht dies mir ins Blut. Vielleicht habe ich in der Zwischenzeit zu viele Horrorfilme gesehen, bei denen die ausgestochenen Augen im Gesicht eine tiefgefurchte, runzlige Mulde hinterliess. Verschrumpelt, blutig, verkrustet. Das eigesackt, abgemergelte Gesicht frass sich in mein Gehirn ein. Mit diesen blutig ausgehölten Augen, lag er nun gefesselt, tief in einem ausgetrockneten Brunnen und hatte nicht die Kraft nach Hilfe zu rufen. Tage verstrichen, er hungerte, Tage vergingen, er dürstete... Wäre sein Hund nicht oben, der Treue, der um das Leben seines Herrchen bang und Fremde zum Brunnen führte, wäre er unten sicherlich verhungert.

Nachts liege ich da und frage mich, wie ich solche Märchen mir nur anhören konnte...

Ich ahne, wieso ich kein Meddah geworden bin. Denn je älter ich wurde, um so weniger gefielen mir die Märchen. Ich fing sogar an, sie zu hassen. Ich fand sie fürchterlich. Aus diesem Grund, vertrieb ich sie auch aus meinen Träumen; zum Schutze nahm ich mir einen stierköpfigen Hühnen, der sie jagte, und geflügelte Löwen bewachten das Tor zu meinem Traum; und jeden, der eintrat, berührte ein Schimmel mit seinem leuchtendem Horn an seiner Stirne.
Nein, nie wieder würde eine Prinzessein das Eingeweihde eines Pferdes entnehmen, und mit dessen Darm, das Tal um den Berg abstecken, um sich hernach in das ausgehöhlte Tier zu begeben, um dort Zwillinge zu gebären, einen Sohn und eine Tochter. Der ganze Schutzzauber des Darms würde doch nicht helfen; denn der Riese, von dem sie flüchteten, würde sie auffinden und Mutter, Kind und Pferdeleiche auffressen, samt dem Darm.
Nein, nie wieder würde ich ihnen in mein Traum Einlass gewähren.
Aber mich bangt es auch vor dem Mann, mit dem Unterleib eines Pferdes; auch dieser Kleinwüchsige behagt mir nicht mit seinen verschrumpelten Gesicht und der Nase, im Ausmasse einer grossgewachsenen Kartoffel. Nein, ich fühle mich nicht wohl in ihrer Gesellschaft, in der Gesellschafft der Wesen, die seit der Vertreibung hier umherwandeln.
Es war ein falscher Entschluss, die Aufgabe meine Traumpforte von einem geflügelten Löwen bewachen zu lassen. Unser Geschmack scheint nicht derselbe zu sein. All die Wesen, die er einlässt, machen mich frösteln, sie berühren mein Herz nicht.

So muss ich mich selber auf die Suche machen, nach einem Reich, das mich mit seinen Tieren und Tälern bezaubert, und ziehe los, wandere über Stock und Stein, Feld und Wiese, drei Tage- und sieben Mondelang, immer weiter, über Hügel, über Täler, ohne Halt, und als ich mich umdrehe, sehe ich, dass ich nicht weiter gewandert bin, sondern nur den Weg zur Bücherei hinter mir liess, und ich trete ein, schau mich um, lass meine Augen gleiten über dicke, über dünne Buchrückwände und suche nach Büchern, die aus der Feder von Menschen stammen, die andere bazaubern wollten. So wie ich einst dies als ein Meddah tun wollte, bevor ich diesen Wunsch verlor, durch die Zeit oder durch schlechte Märchen.
Und ich möchte mich bazaubern lassen, ergiesse mich über die Seiten, klebe mein Herz an die Zeilen. Doch sie schweigen. Weder haben sie den Klang, noch die Sprache. Nichts Wunderliches.
Der eine versucht eine Holzpuppe in Abentuer zu verwickeln; doch der ungehorsame Rotzlöffel ist nichts, ausser einer Belehrung für Kinder, die sehen sollen, was aus einem wird, wenn man nicht in die Schule geht und auf das Wort seiner Eltern hört. Die Puppe hat einen Holzkopf, ist auch ein Holzkopf; sie ist ein Esel, wird auch hernach ein Esel, und am Ende, wird aus ihr doch ein Junge, ein Mensch eben. Weil sie erkannt hat, was es bedeutet ein Mensch zu sein. Sie verwickelt sich in so viele Abenteuer, doch die Geschehenisse sind nichts als Metaphern. Nein, nein, belehr mich nicht. Bezaubere mich. Bezaubere mich mit einem Wunderland, in der Blumen sprechen, ein Land in der ich rückwärts gehen muss, um voranzukommen, ein Land in der Eier auf der Mauer tanzen und Löwen und Einhörner miteinander kämpfen. Das hat etwas Zauberhaftes. Aber wenn ich es mir genauer anschaue, dann sehe ich hier kein Märchen, der rein, um des Erzählens willen erzählt, nein, hier spüre ich den Geist des Erfinders und dies stösst mir auf. Der lebendige Kampf der beiden Wesen wird zum Bild, und ich sehe die Tiere als Wappen zweier Länder, die sich durch die Jahrhunderte bekämpfen und ich sehe grüne Hügel, Schlösser und Königreiche, ein Imperium, bei der die Sonne nicht unterget, da sie an der anderen Ecke wieder aufgeht, so gross ist es. Nein, auch dich will ich nicht hören, bitte schenke mir ein Märchen, das sich damit begnügt mich wandern zu lassen, über Stock und Stein, über Feld und Wiese, drei tage- und siebenmonde lang, immer geradeaus, über Hügel, über Täler, immer weiter, ohne halt, und wenn ich mich umdrehe, werde ich sehen, dass niemand mir diese Märchen erzählt, so muss ich wohl, diese Märchen selber erzählen. Und wenn ich anfange zu erzählen, so wird aus mir doch ein Meddah und mein Kindheitstraum würde dann wahr werden. Und ich würde dann Unglaubliches erzählen, so dass Erwachsene wieder zu Kindern würden und Kindern die Spucke an den Wangen herunterfliessen würde, da sie nicht mehr merkten, wo ihnen das Ohr und der Mund stünde...

Ich werde in mir Meddah finden, und er wird fabulieren; ich werde Meddah aus mir heraus, aus meinen Träumen heraus sprechen lassen.

Es brodelt in mir.
Ejderha, Jabberwocky und der Drache Kunibert reichen sich die Hände und reden zu mir mit der Stimme meiner siebenjährigen Nichte:
"Du schreibst Märchen, doch du hast keine Ahnung, wie ein Kind fühlt -- und was du das erzählst verstehe ich auch nicht", sagt sie

und bringt MEDDAH zum Schweigen.

Dienstag, 19. Oktober 2010

Kapitel 1 _ Peterchen und Ali (Buch - experimentel)

"Alle die ihr Schwimmzeug nicht da haben, setzten sich auf die Bank... Peter, das ist das dritte Mal. Du bekommst einen blauen Brief...", sagte der Lehrer, während er diejenigen notierte, die ihre Badesachen nicht mitgebracht hatten.
"Aber, ich dachte Schwimmen ist erst nächste Woche..." versuchte Peterchen, dem Lehrer den dritten Strich auszureden, doch dieser ging darauf nicht ein.
"Ich hab 'ne zweite Badehose mit, die kannste haben", flüsterte Ali Peterchen ins Ohr, doch dieser gab ihm einen Stups mit dem Ellenbogen in den Bauch, und zog ihm eine Grimasse. Ali versetzte Peterchen einen leichten Stoss in die Rippen und warf ihm einen finsteren Blick.
"Du willst doch gar nicht Schwimmen", zischte er ihn an.
"Denkst du ich steig in ein verpissten Becken rein?" grunzte Peterchen.
"Wer sagt denn, das die da reinpissen", fauchte Ali zurück.
"Ruhe ihr zwei!", unterbrach der Lehrer ihr lautes Tuscheln. "Was ist so wichtig, dass es nicht für später Zeit hat." Niemand antwortete. Peterchen und Ali duckten sich schuldbewusst.
"Peter, Ali? Könnte ihr das auch laut sagen, damit wir alle was davon haben", sprach Herr Sturm die Beiden an, dann wandte er sich Ali zu.
"Na, Ali? Was ist so wichtig? Sag es uns!"
"Ooch, nichts", druckste Ali und schielte rüber zu Peterchen.
"Dann seit auch still. Dir Peter schreib ich eine Verwarnung. Zuerst vergisst du deine Badesachen und dann störst du den Unterricht", und machte sich eine Notiz in sein Ordner. Niemand wusste auf diese Worte etwas Rechtes zu sagen, und es entstand eine Stille, die Herr Sturm jedoch kurz entschlossen unterbrach, indem er sich an die Klasse wandte:
"Jetzt marsch! Alle ins Wasser!"
Die Schüler drängten sich an den Beckenrand und sprangen rein. Einige hechteten, einige plumpsten und andere stiegen ängstlich durch die Treppe ins Wasser. Doch dann wurden die Kinderstimmen laut. Sie quietschten vor Freude und alberten herum. Bis der Lehrer sie aus dem Wasser rief, und die Pflichtstunde mit Bahnenschwimmen, Tauchen und Schmetterlingsübungen begann.

Peterchen sah sich den ganzen Tumult an, und war froh, sich nicht abmühen zu müssen. Dann pfiff der Lehrer zum Umziehen, und kreischend rannten die Kinder unter die Dusche.

Seine Hosen hochziehend tapste Peterchen in die Umkleidekabine und hörte Ali hinter sich herschreien: "Heee, Moruk! Wartest du auf mich?"

Ali kam pitschnass hinterhergerannt und setzte sich neben Peterchen, der gerade dabei war seine Socken anzuziehen. "Ach, ist das nicht erlabend, dieses kühle Nass!" sagte Ali und rubbelte mit dem Handtuch seinen Kopf.

"Was laberst du da?" rief ihm Michael zu, der eine Bank hinten seine Unterhose anzog.
"Du bist hier der Deutsche, sag du es mir", grinste Ali frech.
"Dann red du auch Deutsch", fuhr in Michael an und warf ihm seinen nassen Handtuch zu, doch Ali fing es in der Luft auf.
"Das ist deutsch du homosexuelle Quitscheente eines intergalaktischen Auswurfes" schrie Ali und knallte ihm den nassen Handtuch auf den Rücken.
"Was sagst du da?!" brüllte Michael und packte das Handtuch, als Ali zum zweiten Schlag ausholte und zog ihn an sich heran. Sie blickten sich Auge in Auge.
"Das verstehst DU sowieso nicht", zischte ihn Ali an, und drehte sich unvermittelt um und schrie:
"Heeeey! Moruk! Wartest du nicht auf mich?!!"
"Nicht, wenn du dich streitest, das muss ich mir nicht ansehen", brummte Peterchen und verliess die Umkleidekabine.
Ali lies Michael los, und lief an seinen Platz.
"Ja, du Feigling! renn du nur weg, du kanackige Bockwurst du!" brüllte Michael.
"Ja, laber du Palatschinkengesicht!" rief ihm Ali zu, während er in seine Adidashose schlüpfte. Er packte seinen Turnbeutel, und rannte Peterchen hinterher.
"Hau ab du Dosenfresser" brüllte Michael dem sich entfernenden Ali.

Doch der hörte ihn nicht mehr und lief Peterchen hinterher, der ein Gutes Stück vorgelegt hatte:
"Heee! was wartest du denn nicht! Sonst wartest du doch auch auf mich!" schrie Ali und zog im Laufen sein T-Shirt an.
"Moruk, ward doch mal!"
"Ich hab's eilig“, erwiderte Peterchen und hastete weiter.
"Wieso denn?“
"Die Bücherei macht gleich zu und ich wollte noch was ausleihen“, sagte Peterchen, dem sich nähernden Ali und beschleunigte seine Schritte.
"Was denn?" wollte Ali wissen und versuchte Schritt zu halten.
„Keine Ahnung. Ein Buch halt“
"Ein Buch? --- Mann!!" Ali zog den Turnbeutel hoch, der ihm von der Schulter runtergerutscht war.
"Ja, ein Buch. Jetzt tue nicht so verwundert. Was soll ich denn sonst in einer Bücherei ausleihen? – Turnschuhe!!"
Ali verzog die Mine.
"Da gibt’s ja auch was anderes als Bücher!“
Peterchen guckte ihn schief an:
"Aaach, echt?"
"Jaaah! Da gibt's seid Neuestem auch diese runden, glänzenden Scheiben, die man in schwarze Kasten reinschieben, falls dir das entgangen ist!-"
"Muss ich glatt übersehen haben! -- Und CDs hab ich Zuhause genug!“
Peterchen beschleunigte seine Schritte und ließ seinen Freund hinter sich.
"Ja!? und Bücher haste nicht?!“ rief ihm Ali hinterher. „Diese blöden Staubfänger, die einen anöden!“
"Das tun sie NICHT!" schrie Peterchen.
"DAS TUN SIE DOCH!! - Und reicht dir nicht, was wir in der Schule lesen? -- Was liest du noch freei-willig!!?“
"Das ist nicht dasselbe!“ schrie Peterchen. Seine hellen Ohren glühten. Er beschleunigte seine Schritte
"Lesen ist lesen!“ zischte Ali und sah nicht, wie das Gesicht von seinem Freund sich verfinsterte.

Flinke Füße tippelten auf dem Asphalt. Es schien, als jage ein haselnussbrauner Typ, einem fleischrosa Jungen hinterher. Der Blondschopf hastete voran und Krauskopf versuchte, Schritt zu halten. Plötzlich blieb der Erstere stehen. Mit brodelnden Augen starrte er auf den Boden. Sein Jäger näherte sich an sein Ohr und säuselte:
„Lesen ist lesen.“
Peterchen runzelte die Stirn, sein Gesicht war rot angelaufen, er holte tief Luft und sagte betont:
"Nein! --Ist-es-nicht!"
Ali stellte sich vor Peterchens Nase und aus zusammengekniffenen Augen sah er den aufgewühlten Jungen an, dessen sonst blasse Backen rot glühten:
"Ist-es-doch!" sagte er in einem eindringlichen Ton und richtete sich in seiner vollen Größe auf.
"Nein, ist es nicht!" erwiderte Peterchen, wandt sich von Ali ab und schritt mit wehender Jacke davon.
"Du Ausgeburt einer Schartekenschlampe---!!!" fing Ali auf seine typische Art zu Fluchen an.
"Vollidiot!" rief ihm Peterchen hinein.
"Blödes Arschloch!"
"Bist selber einer!" konterte Peterchen und fügte noch hinzu „Ein Arsch mit Ohren noch dazu!“

"Jetzt reicht’s!" schrie Ali und stürzte sich auf Peterchen. Sie klammerten sich einander, rangen. Jeder versuchte den anderen, auf den Boden zu werfen. Aber es gelang keinem. Sie ließen voneinander. Atmeten schwer. Unvermittelt sprang Ali auf den blonden Jungen, nahm ihn in den Schwitzkasten, und drückte ihn runter. Der Überrumpelte bückte sich unter dessen kräftigen Armen und zappelte. Er versuchte sich aus dessen Umklammerung loszureißen, zerrte. Sie taumelten hin und her.
Da packt Ali Peterchen um die Taillie. Da zuckt Blondschopf auf und windet sich. Peterchen bückt sich, dreht sich, schlängelt unter den Händen von Ali. Griffe hier, Griffe da, Handgemenge. Peterchen windet sich. Peterchen befreit sich. Ali packt ihn erneut. Greift jäh an seine Nierengegend. Peterchen zuckt auf. Peterchen brüllt - brüllt - vor Lachen.
„Haaahahaha!“ prustet er und befreit sich aus Alis Umklammerung.
„Du Arsch!“ ruft er, kämmt sich die Haare mit dem Finger zurecht und grinst Ali an:
>grins<

„Selber Arsch!“ kontert Ali, stopft sich das Hemd in die Hose und grinst zurück.
>breitgrins<

 #stopfhemd#
#haarzurecht#

Plötzlich streckt Ali jäh die Arme aus. Peterchen zuckt nach hinten:
„NEIN!“
„Kilekile!“ ruf Ali und wedelt mit den Fingern in der Luft herum.
„NEIN!“
Ali kommt pantherhaft geduckt zu ihm. Peterchen weicht zurück:
„Nein!“
#Kilekile!#
„Nein! nicht kitzeln!!“
#GRRR!#

Ali macht einen Satz zu dem Blondschopf und versucht seinen Finger, in dessen Nierengegend einzubohren, doch Peterchen schiebt den forchen Jungen von sich #schubsund #. Der Widersacher streckt seine Hand und wuschelt Peterchens blonde Haare #zerwühl#.  Doch dieser gibt ihm einen Stups mit dem Ellenbogen in den Bauch #♫# # und scheidet ihm eine Grimasse. Als Gegenzug vesetzt Ali ihm einen freundschaftlichen Stoss #puff!#; in die Rippen und wirft ihm einen finsteren Blick: >grins<.
„Idiot!“ ruft Peterchen mit einem breiten Grinsen.

„Selber!“, meint Ali und grinst zurück.


Sie schubsen sich einige Male gegenseitig. Freundschaftlich verspielt. Sie lachen.  
„hahaha!“ 
„hehehehe!“ 
Dann kämmt sich Peterchen die zerwuschelten Haare mit dem Finger zurecht. 
>kämmkämmzurecht<
Ali steckte sich das Hemd in die Hose.
#stopfstopf!#;
„Sagst du’s mir jetzt, was du für ein Buch ausleihst“, fragte er.
#stopfzurecht#
>handdurchshaar<

„Na gut!“ meinte Peterchen und zur Versöhnung erzählte er von einem Buch, das Emil ihm empfohlen hatte. Er fand es ziemlich lustig und meinte, dass er so was Tolles nicht gelesen hätte, und er, Peterchen, müsse es unbedingt lesen. Außerdem hieß der Held genauso wie er: Peterchen. Ali wollte wissen, wer das Buch geschrieben hat, doch Peterchen zuckte die Achseln. Er wusste es nicht.
„Wieso das?“ fragte Ali.
„Es war so kompliziert. Gemi, Gümü? Klang wie Gemischtzeug.“
„Und wie willst du es finden?“
„Weiß ich nicht."

---
#groll#  #grapsch!#
#mmmpft!# >pieks!<
Peterchen brüllte: "HAAAAAAh°!"
#Pofff#
„Du ARSCH!!“ schrie Ali (,weil Peterchen ihn gestoßen hatte).
„Selber Arsch!!“ konterte Peterchen (, weil Ali ihn gepieks hatte).
 Ali drehte sich um und war dabei zu gehen. Peterchen legte die Hand auf dessen Schulter und hielt ihn zurück. „Ach komm schon“ beschwichtigte er. Ali schüttelte seine Hand weg.
„Und, warum sollte ich“, schmollte er.
„Weil du mein Freund bist?!“ Peterchen setzte einen Dackelblick auf und schob die Unterlippe vor.
>Dackelblick<

„Mmm-mmh“, druckste Ali.
„Weil da tolle Bücher sind?“
Ali blickte ihn schief an, als wolle er sagen: „Meinst du das überzeugt mich?“
Nach einem kurz eingetretenen Schweigen, sagte Peterchen plötzlich: „Du Ali!“ derart, dass Ali sich zu ihm umdrehte.
#wusch!#
„Du, da gibt es ein super neues Computer Game. Das musst du unbedingt spielen!“
Alis Augen strahlten plötzlich. Er starrte Peterchen neugierig an und wartete, dass er den Namen herausrückt, doch als dieser immer noch nicht antwortet:
„Ja, welches Spiel ist es denn?“
Peterchen schüttelt den Kopf.
„Na!?“
„Sag ich nicht“
„Ach komm!“
Er guckt Peterchen eindringlich an. Doch der bleibt beharrlich.
„Kommst du jetzt mit?“
Ali druckst etwas herum.
„Mmh—Na gut!“ meinte er schließlich und beide gingen in Richtung Bücherei.

So sehr Ali auf dem Weg dahin auch drängte, Peterchen weigerte sich zu sagen, welches Spiel es war. Ali musste schon selber suchen. Was er nicht wusste war, dass da kein neues Spiel stand. Peterchen wollte nur, das sein Kumpel mitkommt. Als die beiden bei der Bücherei ankamen, rannte Ali sogleich zu dem CD-Regal, wo die Spiele aufgereiht standen. Peterchen hingegen suchte erstmal den Bücherei-Computer auf und überlegte, wie der Autor hieß.

Samstag, 28. November 2009

Version 1 _ Kapitel 2 _ Büchereibesuch

Ali flitzte gleich zu den CD-Regalen.
Peterchen setzte sich vor einen Computer, und tippte den Buchtitel eines Autors, von dem Emil und Ullah gesagt hatten, dass sein Buch ganz komisch sein soll. Er hatte dessen Namen vergessen, der wie Gemischtzeug klang, aber den Titel hatte er sich merken können. Es klang wie "Peterchens Mondfahrt"; ein Buch, das er als Kind sehr gern und öfters gelesen hatte. Glücklicherweise hatte der Mann nur dieses eine Buch geschrieben, und Peterchen notierte sich auf einen Zettel. Dann hopste er nach unten, und stellte sich vor dem Regal mit den Anfangszahlen Eins hin. Und schon ging er mit seinen Augen, über die Ettiketen auf den Buchrückwänden und suchte . Als er es fand, nahm er das Buch "Peterchens Märchenfahrt" heraus und blätterte kurz drin. Auf geratewohl hielt er an und fing an zu lesen: "Einfach auf diesen Knopf drücken." --- "Was ist, wenn ich auf den Knopf drücke?" "Dann bekommst du einen Golddukaten." "Warum?" "Weil du auf den Knopf gedrückt hast." "Weshalb." "Weshalb was?" "Weshalb muss ich auf den Knopf drücken." "Damit du einen Golddukaten bekommst." Peterchen hielt inne und murmelte: "Merkwürdig" Dann blätterte er weiter, in der Hoffnung, eine witzige Stell zu finden. "Nur das, was man sagt ist richtig, nicht was man denkt", sagte der Glatzkopf. Las Hans-Peter laut vor: "Kommt dir das nicht bekannt vor?" fragte der Glatzkopf. "I wo, woher denn?" "Aus einem Fall?" "Was für ein Fall? Ein Gerichtsfall? Ein mathematischer oder ein grammatikalischer Fall?" "Ein echter!" "Ein echter Fall? Versteh ich nicht." "Sag nichts voreilig. Denke und wisse und spreche mit bedacht. Denn, nur das, was man sagt ist richtig, nicht was man denkt. Denn sonst wird man ausgelacht. -- Kommt dir das bekannt vor?" "Versteh ich nicht", sagte Peterchen stur. "Versteh ich nicht", sagte auch Hans-Peter. "Hey, was fanden Emil und Ullah so witzig? Das ist nicht witzig, das ist ein Witz! Ich finds total komisch." Er blätterte weiter und grübelte weiter: "Wirklich komisch --- Echt merkwürdig. --- Wart mal! -- Stimmt! Emil und Ullah sagten das Buch ist komisch und nicht witzig. Dann hab ich sie falsch verstanden. Ach! ich dachte sie meinen witzig. Dabei sagten sie doch komisch und meinten auch komisch." Er überlegte weiter: "Einmal ist keinmal, zweimal ist einmal. Geb dem Buch noch ne Chance. Vielleicht denke ich ja falsch und es ist doch interessant." Er las laut: "Nein, nein, nein, alles Falsch. Ich sage, was man sagt ist richtig, und nicht, was man denkt. Und wenn du denkst, dass, das, was man denkt, richtig ist, und nicht das, was man sagt. Dann denkst du Falsch. Komm, sag es nochmal: Nur das, was man sagt ist richtig, nicht was man denkt." "Also jetzt wird's mir aber bunt. Da versteht man ja gar nicht. Es ist nicht nur komisch, sondern unverständlich! Ich hab schon richtig gedacht. Es ist ein merkwürdiges Buch." Enttäuscht und entrüstet zugleich stellte Peterchen das Buch wieder zurück an seinen Platz. Dann trat er zurück und liess seinen Blick über die Buchrückbände gleiten. Da waren mehrere Reihen ganz dicke Bücher, dann mal dünne und dicke durcheinander. "Das sieht aber chaotisch aus", dachte Peterchen. "Am Schönsten sind die Bände, die gleichfarbig und gleichdick eine Reihe bilden. -- Oh! der hier! Der hat aber einen tollen Einband!" Er zog es raus. "So schön und dick." Er ging mit der Hand über das glänzende Coverbild. "Die Seiten sind strahlendweiss und die Bilder sind toll!" Er blätterte zum Inhaltverzeichniss. Sein Blick fiel gleich auf das Märchen >der gestiefelte Kater<. "Oh! >der gestiefelte KaterIn der Schule hatten wir Legen und Schreiten<
Mmmh?!! ---
Wieso legen und schreiten? Also wir haben Lesen und Schreiben gelernt. Was ist das denn für 'ne merkwürdige Schule?
--- Achso. Es ist eine Meerschule! Ach, das ist aber witzig. Das klingt wie Lesen und Schreiben, aber im Meer nützt das nicht, da braucht man Legen und Schreiten. Die lernen Eierlegen und wieder zurück ins Meerschreiten. Ach, wie toll!" jauchzte Peterchen, als er den Wortwitz begriff.
"Schau an! Was sie in Arithmeertik durchnehmen", fuhr er fort. "Subversion, Attraktion und Konfusion. Und wir müssen uns mit Subraktion, Addition und Division durchquälen. Was ist bloss Schmutifikation. Ach so ja. Multiplikation. Ja, ja, die können sich im Dreck rumsuhlen und wir müssen rumhocken und im Papier rumkritzeln."
Peterchen schien enttäuscht, dass sie im Unterricht nicht so tolle Sachen durchnahmen wie in der MeerSchule. Als er den Buch zuschlug sagte er:
"Also im Zeichentrickfilm ist mir das nicht aufgefallen. Das muss am Buch liegen. DEN leih ich mir jetzt aus", und schon klemmte Peterchen sich das Buch unterm Arm und schreitete zum Ausleihpoint.

Ali kam ihm nörgend entgegen. Er war bis unterm Kinn mit CDs beladen:
"Mannnooh! Ich darf nur zwei Spiele und nur zwei CDs mitnehmen. Jetzt kann ich das ganze wieder zurückschleppen!"
"Na dann, viel Spass, beim einsortieren", grinste Peterchen.
"Mann. In zehn Minuten hatte ich den Stapel voll und lief zur Ausleihe. Die blöde Kuh meint ich könne nur zwei mitnehemen. Kannst du dir vorstellen, wie schwer es einem fällt sich zu entscheiden."
"Und konntest du?"
"Ja, nach ner halben Stunde."
"Ne halbe Stunde hast du überlegt, welche du nimmst?"
"Jaah!" erwiederte Ali niedergeschlagen.
"Lass mich raten... du hast dich für Tomb Raider entschieden."
Ali grinste breit. Die Freude stand ihm ins Gesicht geschrieben. Mit dem ganzen Stapel unterm Kinn, drehte er sich um und ging in Richtung, CD- Regal.

"Der stellt den ganzen Stapel sicher unten nur ab!" dachte Peterchen, als er seine Bücher einscannen liess. Als er die Leihfrist entgegenahm, kam Ali schon hergeschlendert.
"Wartest du kurz." sagte er, und überreichte seine CDs der Frau an der Ausleihe. Sie ging mit dem Gerät über die Etikette.
Während Peterchen wartete fragte Ali: "Was hast du denn da?"
Peterchen hielt das grosse Märchenbuch hoch, so dass Ali den Einband lesen konnte.
"Die Schönsten Märchen der Gebrüder Grimm!!?" las Ali und krächzte "Du bist doch kein Baby mehr!"
Er nahm seinen Stapel und ging Peterchen hinterher, der vorangegangen war.
"Nein, bin ich nicht", erwiderte Peterchen gekränkt. "Aber mein Vater erzählte mir immer den gestiefelten Kater als Gute-Nacht-Geschichte und jetzt wollte ich es mal selber lesen."
"Was? Dein Vater erzählte dir Gutenachtgeschichten!!?"
"Ist lange her, da war ich noch ein Baby. Nach meinem fünften hat er nicht mehr erzählt..."
"Also, mir hat keiner 'ne Gutenachgeschichte erzählt. Wär mir auch zu doof, find ich... glaub ich -- und was hast du da noch? Alice im Wunderland? Wieso liest du DAS denn? Lief doch schon im Fernsehen..."
"Ich weiss."
"Und wieso willst du es noch lesen?"
"So halt."
"Du weisst doch was da alles geschieht."
"Ja, schon. Aber du hast ja auch Tomb Raider ausgeliehen. Und das Spiel kennst du ja auch, und spielst es trotzdem."
"Das ist doch was ganz anderes."
"Ja, ist es das? Und? Zum wievielten Male leihst du dir das denn aus?"
"Ach keine Ahnung. Ist doch auch egal, oder? Solange es Spass macht, und ich nachts nach dem Spiel von ihr Träume." Ali zwinkerte Peterchen zu.
"Ja, ich träumte auch mal ich sei der gestiefelte Kater."
"Mensch, ich träume ja nicht dass ich Lara Croft bin."
"Achja, stimmt. Die ist ja ne Frau" Peterchen lachte und gab Ali einen Stoss mit dem Ellenbogen. Beide gingen lachend nach Hause.
Als sie vor der Haustüre von Peterchen näherten, sagte der: "Kommst du, Morgen um vierzehn Uhr zu mir?"
"Ach , lass und gleich unten am Spielplatz treffen."
"Dort, wo die Älteren Fussball spielen?"
"Genau. Dann wird das warten nicht so langeweilig, wenn du zu spät kommst."
"Oder du!" grinste Peterchen verschmitzt. und schloss die Türe auf.
Als er reinging, schrie ihm Peterchen hinterher:
"Vergiss nicht! Um zwei Uhr am Fussballpaltz unten!"
Peterchen nickt stumm, und beide gingen auch in ihr Gebäude rein.

Kapitel 1 _ Peterchen und Ali [(Allererste Version]

"Alle die ihr Schwimmzeug nicht da haben, setzten sich auf die Bank... Peter, das ist das dritte Mal. Du bekommst einen blauen Brief...", sagte der Lehrer, während er diejenigen notierte, die ihre Badesachen nicht mitgebracht hatten.
"Aber, ich dachte Schwimmen ist erst nächste Woche..." versuchte Peterchen, dem Lehrer den dritten Strich auszureden, doch dieser ging darauf nicht ein.
"Ich hab 'ne zweite Badehose mit, die kannste haben", flüsterte Ali Peterchen ins Ohr, doch dieser gab ihm einen Stups mit dem Ellenbogen in den Bauch, und zog ihm eine Grimasse. Ali versetzte Peterchen einen leichten Stoss in die Rippen und warf ihm einen finsteren Blick.
"Du willst doch gar nicht Schwimmen", zischte er ihn an.
"Denkst du ich steig in ein verpissten Becken rein?", grunzte Peterchen.
"Wer sagt denn, das die da reinpissen", fauchte Ali zurück.
"Ruhe ihr zwei!", unterbrach der Lehrer ihr lautes Tuscheln. "Was ist so wichtig, dass es nicht für später Zeit hat." Niemand antwortete. Peterchen und Ali duckten sich schuldbewusst.
"Peter, Ali? Könnte ihr das auch laut sagen, damit wir alle was davon haben", sprach Herr Sturm die Beiden an, dann wandte er sich Ali zu.
"Na, Ali? Was ist so wichtig? Sag es uns!"
"Ooch, nichts", druckste Ali und schielte rüber zu Peterchen.
"Dann seit auch still. Dir Peter schreib ich eine Verwarnung. Zuerst vergisst du deine Badesachen und dann störst du den Unterricht", und machte sich eine Notiz in sein Ordner. Niemand wusste auf diese Worte etwas Rechtes zu sagen, und es entstand eine Stille, die Herr Sturm jedoch kurz entschlossen unterbrach, indem er sich an die Klasse wandte:
"Jetzt marsch! Alle ins Wasser!"
Die Schüler drängten sich an den Beckenrand und sprangen rein. Einige hechteten, einige plumpsten und andere stiegen ängstlich durch die Treppe ins Wasser. Doch dann wurden die Kinderstimmen laut. Sie quietschten vor Freude und alberten herum. Bis der Lehrer sie aus dem Wasser rief, und die Pflichtstunde mit Bahnenschwimmen, Tauchen und Schmetterlingsübungen begann.

Peterchen sah sich den ganzen Tumult an, und war froh, sich nicht abmühen zu müssen. Dann pfiff der Lehrer zum Umziehen, und kreischend rannten die Kinder unter die Dusche.

Seine Hosen hochziehend tapste Peterchen in die Umkleidekabine und hörte Ali hinter sich herschreien: "Wartest du auf mich?"

Ali kam pitschnass hinterhergerannt und setzte sich neben Peterchen, der gerade dabei war seine Socken anzuziehen. "Ach, ist das nicht erlabend, dieses kühle Nass!" sagte Ali und rubbelte mit dem Handtuch seinen Kopf.

"Was sagst du da?" rief ihm Michael zu, der eine Bank hinten seine Unterhose anzog.
"Du bist hier der Deutsche, sag du es mir", grinste Ali frech.
"Dann red du auch Deutsch", fuhr in Michael an und warf ihm seinen nassen Handtuch zu, doch Ali fing es in der Luft auf.
"Das ist deutsch du homosexuelle Quitscheente eines intergalaktischen Auswurfes" schrie Ali und knallte ihm den nassen Handtuch auf den Rücken.
"Was sagst du da?!" brüllte Michael und packte das Handtuch, als Ali zum zweiten Schlag ausholte und zog ihn an sich heran. Sie blickten sich Augen in Auge.
"Das verstehst DU sowieso nicht", zischte ihn Ali an, und drehte sich unvermittelt um und schrie:
"Heeeey! Peter! Wartest du nicht auf mich?!!"
"Nicht, wenn du dich streitest, das muss ich mir nicht ansehen", brummte Peterchen und verliess die Umkleidekabine.
Ali lies Michael los, und lief an seinen Platz.
"Ja, du Feigling! renn du nur weg, du kanackige Bockwurst du!" brüllte Michael.
"Ja, laber du Palatschinkengesicht!" rief ihm Ali zu, während er in seine Adidashose schlüpfte. Er packte seinen Turnbeutel, und rannte Peterchen hinterher.
"Hau ab du Dosenfresser" brüllte Michael dem sich entfernenden Ali.

Doch der hörte ihn nicht mehr und lief Peterchen hinterher:
"Heee! was wartest du denn nicht! Sonst wartest du doch auch auf mich!" schrie Ali und zog im Laufen sein T-Shirt an.
"Hab ich je NICHT auf dich gewartet!" versuchte er Peterchen ein schlechtes Gewissen einzureden.
"Ich hab's eilig“, erwiderte Peterchen schroff und ging weiter.
"Wieso denn?“ erkundigte sich Ali, während er angerannt kam und stellte sich an seine Seite.
"Die Bücherei macht gleich zu und ich wollte noch was ausleihen."
Peterchen beschleunigte seine Schritte.
"Was denn?" wollte Ali wissen und versuchte Schritt zu halten.
„Keine Ahnung. Ein Buch halt“, meinte Peterchen patzig und trabte weiter.
"Ein Buch? --- Mann!!" Ali zog den Turnbeutel hoch, der ihm von der Schulter runtergerutscht war.
"Ja, ein Buch. Jetzt tue nicht so verwundert. Was soll ich denn sonst in einer Bücherei ausleihen?" fuhr er ihn an.
"Da gibt’s ja auch was anderes als was Bücher", beanstandete Ali.
"Aaach, echt?" sagte Peterchen spöttisch.
"Jaaah! Da gibt's seid Neuestem auch CDs und Computerspiele, falls dir das entgangen ist!" belehrte ihn Ali.
"Muss ich glatt übersehen haben. Und CDs habe ich genug Zuhause“, sagte Peterchen schnippisch.
"Ja? und Bücher hast nicht?!" bemäkelte Ali und tippelte Peterchen hinterher, der dessen schnellen Gang nicht gewohnt war.
"Ja, ich hab aber nicht ALLES!" schnauzte ihn Peterchen an.
"Reicht dir nicht, was wir in der Schule lesen? Was liest du noch freei-willig!?" keifte Ali.
"Das ist nicht dasselbe“, widersprach Peterchen.
"Lesen ist lesen.“
"Ist es nicht!"
"Ist es doch!"
"Nein!"
"Doch!"
"Nein, ist es nicht!"
"Streber!"
"Piesepampel!"
"Bücherwurm!"
"Computerfreak!"
"Selber Freak!" schrie Ali und stürzte sich auf Peterchen, wuschelte ihm die Haare. Peterchen gab Ali einen Stups mit dem Ellenbogen in den Bauch, und zog ihm eine Grimasse. Dieser versetzte Peterchen einen leichten Stoss in die Rippen und warf ihm einen finsteren Blick. Sie klammerten sich einander, rangen, jeder versuchte den anderen auf den Boden zu werfen, aber es gelang keinem. Plötzlich prustete Ali los. Ganz rot im Gesicht wollte Peterchen ihn anschreien, doch dann fing auch er zu lachen an.
"Du Idiot!", sagte Peterchen, und kämmte sich die Haare mit dem Finger zurecht.
"Selber Idiot!", konterte Ali, stopfte sich das Hemd in die Hose und grinste Peterchen verschmitzt an. Der grinste zurück.

Mit einem letzten Blick am spiegelnden Glas, gingen beide in die Bücherei.

Version 1 _ Kapitel 1 _ P & A (Dialog)

"Alle die ihr Schwimmzeug nicht da haben, setzten sich auf die Bank... Peter, das ist das dritte mal. Du bekommst einen blauen Brief...", sagte der Lehrer, während er diejenigen notierte, die ihre Badesachen nicht mitgebracht hatten.
"Aber, ich dachte Schwimmen ist erst nächste Woche..." versuchte Peterchen, dem Lehrer den dritten Strich auszureden, doch dieser ging darauf nicht ein.
"Ich hab 'ne zweite Badehose mit, die kannste haben", flüsterte Ali Peterchen ins Ohr, doch dieser gab ihm einen Stubs mit dem Ellenbogen in den Bauch, und zog ihm eine Grimasse. Ali versetzte Peterchen einen leichten Stoss in die Rippen und warf ihm einen finsteren Blick. "Du willst doch gar nicht Schwimmen", zischte er ihn an. "Denkst du ich steig in einen verpissten Becken rein?", grunzte Peterchen.
"Wer sagt denn, das die da reinpissen", fauchte Ali zurück.
"Ruhe ihr zwei!", unterbrach der Lehrer ihr lautes Tuscheln. "Was ist so wichtig, dass es nicht für später Zeit hat." Niemand antwortete. Peterchen und Ali duckten sich schuldbewusst. "Peter, Ali? Könnte ihr das auch laut sagen, damit wir alle was davon haben", sprach Herr Sturm die Beiden an, dann wandte er sich an Ali.
"Na, Ali? Was ist so wichtig? Sag es uns!"
"Ooch, nichts", druckste Ali und schielte rüber zu Peterchen.
"Dann seit auch still. Dir Peter schreib ich eine Verwarnung. Zuerst vergisst du deine Badesachen und dann störst du den Unterricht", und machte sich eine Notiz in sein Ordner. Niemand wusste auf diese Worte etwas Rechtes zu sagen, und es entstand eine Stille, die Herr Sturm jedoch kurz entschlossen unterbrach, indem er sich an die Klasse wandte: "Jetzt marsch! Alle ins Wasser!"
Alle drängten sich an den Beckenrand und sprangen rein. Einige hechteten, einige plumsten und andere stiegen ängstlich durch die Treppe ins Wasser. Doch dann wurden die Kinderstimmen laut. Sie quitschten vor Freude und alberten herum. Bis der Lehrer sie aus dem Wasser rief, und die Pflichtstunde mit Bahnenschwimmen, Tauchen und Schmetterlingüben begann.

Peterchen sah sich den ganzen Tumult an, und war froh sich nicht abmühen zu müssen. Dann pfiff der Lehrer zum Umziehen, und kreischend rannten die Kinder unter die Dusche.

Seine Hosen hochziehend tappste Peterchen in die Umkleidekabine und hörte Ali hinter ihm herschreien: "Wartest du auf mich."

Ali kam pitschnass hinterhergerannt und setzte sich neben Peterchen, der gerade dabei war seine Socken anzuziehen. "Ach, ist das nicht erlabend, dieser kühle Nass!" sagte Ali und rubbelte mit dem Handtuch seinen Kopf.

"Was sagst du da?" rief ihm Michael zu, der eine Bank hinten seine Unterhose anzog.
"Du bist hier der Deutsche, sag du es mir", grinste Ali frech.
"Dann red du auch Deutsch", fuhr in Michael an und warf ihm seinen nassen Handtuch ans Gesicht, doch Ali fing es in der Luft. "Das ist deutsch du homosexuelle Quitscheente eines intergalaktischen Auswurfes" schrie er und knallte ihm den nassen Handtuch auf den Rücken. "Was sagst du da?" rief Michael und packte den Handtuch, als Ali zum zweiten Schlag ausholte und zog ihn an sich heran. Sie blickten sich Augen in Auge. "Das verstehst DU sowieso nicht" sprach Ali zwischen seinen Zähnen und drehte sich plötzilich um und schrie: "Heeeey! Peter! Wartest du nicht auf mich?!!"
"Nicht, wenn du dich streitest, das muss ich mir nicht ansehen" brummte Peterchen und verliess die Umkleidekabine.
Ali ignorierte Michael, packte seinen Turnbeutel, schlüpfte in seine Adidashose und rannte Peterchen hinterher.
"Ja, du Feigling! renn du nur weg, du kanackige Bockwurst du!" brüllte Michael.
"Ja, laber du Palatschinkengesicht" rief ihm Ali zu.
"Hau ab du Dosenfresser" entgegenete Michael dem sich entfernenden Ali.
Doch der hörte ihn nicht mehr und lief Peterchen hinterher:
"Heee! was wartest du denn nicht. Sonst wartest du doch auch auf mich." schrie Ali und zog im Laufen sein T-Shirt an." Hab ich je NICHT auf dich gewartet" versuchte er Peterchen ein schlechtes Gewissen einzureden.
"Ich hab's eilig."
"Wieso denn?"
"Die Bücherei macht gleich zu und ich wollte noch was ausleihen."
"Was denn?"
"Kein Ahnung. Ein Buch halt."
"Ein Buch? --- Mann!!"
"Ja, ein Buch. Jetzt tue nicht so verwundert. Was soll ich denn sonst in einer Bücherei ausleihen?"
"Da gibts ja auch was anderes als was Bücher?"
"Aaach, echt?"
"Jaaah! Da gibt's seid Neuestem auch CD's und Computerspiele, falls dir das entgangen ist!"
"Muss ich glatt übersehen haben. Und CD's habe ich genug Zuhause." schnauzte ihn Peterchen an.
"Ja? und Bücher hast nicht?!," stocherte Ali.
"Ja, ich hab aber nicht ALLES..." meinte Peterchen.
"Reicht dir nicht, was wir in der Schule lesen? Was liest du noch freei-willig!?", neckte Ali.
"Das ist nicht dasselbe", konterte Peterchen.
"Lesen ist lesen", trotzte dieser.
"Nein, ist es nicht."
"Ist es doch."
"Ist es nicht."
"Ist es doch."
"Nein!"
"Doch!"
"Nein, ist es nicht!", schrie Peterchen.
"Streber!" piesakte Ali.
"Selber."
"Bücherwurm." schimpfte Ali.
"Computerfreak!" Peterchen.
"Selber Freak!" schrie Ali und stürzte sich auf Peterchen, wuschelte ihm die Haare. Peterchen gab Ali einen Stubs mit dem Ellenbogen in den Bauch, und zog ihm eine Grimasse. Dieser versetzte Peterchen einen leichten Stoss in die Rippen und warf ihm einen finsteren Blick. Sie klammerten sich einander, rangen, jeder versuchte den anderen auf den Boden zu werfen, aber es gelang keinem. Plötzlich prustete Ali los. Ganz rot im Gesicht wollte Peterchen ihn anschreien, doch dann fing auch er zu lachen an.
"Du Idiot!", sagte Peterchen, und kämmte sich die Haare mit dem Finger zurecht.
"Selber Idiot!", konterte Ali, stopfte sich das Hemd in die Hose und grinste Peterchen verschmitzt an. Der grinste zurück.

Mit einem letzten Blick am spiegelnden Glas, gingen beide in die Bücherei.

Dienstag, 6. Oktober 2009

Entfallener Kapitel _ Ein Gepräch mit dem Spiegelbild-Bär

"Ach du liebe Güte! Jetzt bin ich ein Bär!"
Peterchen besah sich im Spiegel. Er sass an eine Pinie gelehnt und hielt zwischen seine Beinen einen Honigtopf geklemmt . Er nahm noch eine Tatze Honig, schleckte dran und guckte in den Spiegel: "Oh! ich verwandle mich gar nicht mehr. Bleib ich jetzt ein Bär?" fragte er sich und kam ins grübeln:
"Was für ein Bär bin ich überhaupt. Ein Griesslie? Ein Braunbär? Ob ich Paddington bin. Ach ne, ich hab gar kein Hut auf. Auch kein Dufflecoat. Schade. Die Jacke wäre cool gewesen. Vielleicht hab ich die Jacke verloren. Ach nee, ich bin nicht Paddington. Der war bei einer Familie. Wie hiess die nochmal? Braun oder Brown? Paddington Brown. Hmm. Paddington bin ich nicht. Ich sitzt ja draussen unter einem Baum. Mmmh. Lecker der Honig! Oh! Vielleicht bin ich ja Winnie. Winnie Pooh der Bär." Er schaute sich um, ob er irgendwas erkennen würde. "Vielleicht ist das der 1000 Acre Wald, und Tigger kommt gleich um die Ecke geschossen und bespringt mich." Mit weit aufgerissenen Augen, schaute er hinter den Baum. Doch da war weder Tigger, noch Piglet. Niemand kam. Niemand jammerte ihn an. Och, wie langweilig!" dachte Peterchen. "Wieso passiert denn jetzt nichts?"
Er liess, sein Blick über die Weide wandern und bemerkte einen dunklen Fleck, der immer grösser und grösser wurde und genau auf ihn zukam. Peterchen sah ein letztes Mal in den Spiegel und wischte sich den Honig von seinem Fell. Er schleckte eifrig seine Tatze sauber. Er wollte auf den glatzköpfigen Jungen einen guten Eindruck machen. Denn, er wusste, der erste Eindruck war das wichtigste, und man konnte ihn auch schwerlichst ändern.

Als der glatzköpfieg Junge bei ihm war, betrachteten die Beiden sich eine ganze Weile stumm . Schliesslich fragte der Glatztkopf, zu Peterchen, der ihn durch neugierige Bärenaugen beäugte:
"Wer bist denn du?"
Das klang nicht sehr ermutigend, und Peterchen sagte etwas zögernd: "Bitte- ich- im Augenblick weiss ich es wirklich nicht. Ich weiss genau, wer ich gestern abend beim Insbettgehen war, aber inzwichen bin ich dauernd etwas anderes geworden."
"Was soll das heissen?" wollte der Glatztkopf wissen. "Erkläre mir das!"
"Aber ich kann es Dir nicht erklären!" rief Peterchen. "Wirklich - weil ich nicht ich selber bin, verstehen Sie?"
"Nein", sagte der Glatzkopf.
" Es tut mir schrecklich leid", Peterchen versuchte sehr höflich zu sein, "aber ich kann es nicht besser erklären, weil ich es selber nicht verstehe. Man kommt ganz durcheinander, wenn man immer wieder etwas anderes ist."
"Keine Spur", sagte der Glatzkopf.
"Ihnen ist das vielleicht noch nicht passiert", sagte Peterchen.
"Aber wenn Sie eines Tages von hier gehen - das bleibt nicht aus, wissen Sie - und sich in einen Engel verwandeln, dann kommt Ihnen das sicher auch ein bisschen merkwürdig vor, oder?"
"Nicht die Bohne", sagte der Glatzkopf.
"Gut", sagte Peterchen. "Ihnen kommt es vielleicht nicht so vor, aber ich finde es merkwürdig!"
"Ja, du!" sagte der Glatzkopf neugierig. "Und wer bist du?"
Damit waren sie wieder genau am Anfang ihrer Unterhaltung. Verärgert über die einsilbigen Antworten des Glatzkopfes, machte sich Peterchen so gross es ging, denn im Sitzen reichte er ihm nur bis zur Knie und sagte etwas frostig: "Wenigstens könnten Sie mir sagen, wer Sie sind!"
"Was denkst du?"
Was sollte Peterchen darauf antworten. Keine Ahnung wer er war. Was er sah, war ein glatzköpfiger Junge. So sagte Peterchen:
"Ein Glatzkopf? Du bist der Keloglan." Irgendwoher fiel ihm der Name ein, und er brachte es in Verbindung mit einem Glatzkopf.
"Falsch!" erwiderte der Glatzkopf forsch.
Weil Peterchen nicht wusste was er noch Passenderes darauf erwidern solle, schwieg er einfach: "So ein Trottel. Ist ein Glatzkopf und sagt, das er keiner ist. Was ist er dann? Ein Giraffe?"
"Was ist los?" fragte der Glatzkopf. "Wieso schmollst du jetzt."
"Wenn du so blöd daher kommst." erwiderte Peterchen gekränkt.
"Ich bin nicht blöd."
"Das hab ich auch nicht gesagt."
"Natürlich hast du das gesagt."
"Ach, lass mich in Ruhe!" schnauzte Peterchen den Glatzkopf an.
"Darf ich dir noch was sagen." fragte der Glatzkopf höflich.
Da er plötzlich so nett war und es so vielversprechend klang , nickte Peterchen und ein Lächeln erschien auf seinem Gesicht.
"Nur das, was man sagt ist richtig, nicht was man denkt.", sagte der Glatzkopf.
"Versteh ich nicht", sagte Peterchen und sein Lächeln verschwand.
"Kommt dir das nicht bekannt vor?" fragte der Glatzkopf.
"I wo, woher denn?"
"Aus einem Fall?"
"Was für ein Fall? Ein Gerichtsfall? Ein mathematischer oder ein grammatikalischer Fall?"
"Ein echter!"
"Ein echter Fall? Versteh ich nicht."
"Sag nichts voreilig. Denke und wisse und spreche mit bedacht. Denn, nur das, was man sagt ist richtig, nicht was man denkt. Denn sonst wird man ausgelacht. -- Kommt dir das bekannt vor?"
"Versteh ich nicht." sagte Peterchen stur.
Bereitwillig erkärte der Glatzkopf: "Nicht das was du denkst ist entscheidend, sondern was du sagst. Denn das hat Folgen für deine unmittelbar Umwelt.
Das selbe gilt für: nicht das was du siehst ist das Wesen des Kerns, nur was im Inneren ist, ist der Kern des Wesen."
"Sage jetzt bloss nicht: Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar."
"Du hast es erfasst." sagte der Glatzkopf.
"Quatsch mit Sosse." schrie Peterchen und schluckte, so gut es ging seine Entrüstung herunter:
"Ist das alles?" meite er trotzig.
"Nein", sagte der Glatzkopf.
Und weil Peterchen befürchtete, vom Regen in die Traufe zu geraten, entschied er hier zu bleiben und abzuwarten. Vielleicht sagte er tatsächlich etwas Wichtiges. "Vielleicht hielft er mir weiter, zu erfahren, wer ich bin" dachte Peterchen, doch der Glatzkopf rückte nicht gleich mit der Sprache raus und blieb eine zeitlang stumm da stehen. Dann kniete er vor Peterchen nieder, legte seine Hände auf seine bärigbehaarten Knie, schaute ihm tief in die Knopfaugen und sagte eindringlich:
"Du meinst also, du bist anders - wie?"
"Aber, hallo!" schrie Peterchen herzig, endlich etwas Sinnvolles von dem Glatzkopf zu hören, und er erzählte bereitwillig: "Ich kann mich nicht mehr erinnern, wer ich bin. Ich hab nur das sonderbare Gefühl, dass ich hier falsch bin, und das alles was geschieht, eigentlich nicht so ablaufen sollte. Ich versuche mich zu erinnern, doch alles scheint mir falsch zu sein..."
der Glatzkopf schnitt ihm das Wort ab: "Du weisst aber nicht mit Gewissheit, dass es Falsch ist, sondern hast nur das Gefühl, dass er Falsch ist."

"Ich weiss nicht, ob man dass so sagen kann." sagte Peterchen.
"Wie würdest du es denn sagen?"
"Vielleicht gar nicht. Denn immer wenn ich etwas sage, kommt es falsch heraus."
"Sag mir doch etwas, was du denkst, dass es falsch ist."
Peterchen zögerte, dann erwiderte er: "Zum Beispiel habe ich versucht, >Meister Jakob< aufzusagen, aber es ist ganz falsch herausgekommen" sagte Peterchen und fügte hinzu "denke ich zumindestens. Ich meine, ich denke es richtig, sag es aber falsch. Aus welchem Grund auch immer."
"Also, dann sage einmal >Meister Jakob< auf!" sagte der Glatzkopf.
Peterchen fing an, mit einer Sing-sang-stimme das Gedicht schunkelnd aufzusagen:


Meister Jakob, Meister Jakob,
schlägst du noch, schlägst du noch?
Hörst du nicht das Bitten, hörst Du nicht das Bitten,
peitsch mich doch, peitsch mich doch!

Meister Jakob, Meister Jakob,
fesselst Du, fesselst du?
Hörst du nicht das Winseln, hörst Du nicht das Winseln,
schling mich um, bring mich um!


"Falsch", sagte der Glatzkopf.
"Nur ein bisschen", wandte Peterchen unsicher ein. "Ein paar Wörter sind irgendwie anders."
"Es klingt richtig, und sieht auch richtig aus, aber es ist im seinem Wesen verändert. Genau der Gegensatz von dir?"
"Was meinen sie damit?"
"Du sagst, was du sagt ist immer anders, und dein Äusseres verändert sich andauernd, aber in deinem Wesen bist und bleibst du derselbe?"
"Versteh ich nicht?"
"Dein Problem ist. Du musst dich erkennen. Versuche nicht das zu sein, wie du aussiehst, sondern versuche so auszusehen, wie du bist."
"Versteh ich nicht!" erwiderte Peterchen.
"Du musst dich erinnern. Dann verstehst du."
"An was?"
"An die Jungfrau, die ein Mann war."
"Wie geht das? Entweder, ist es eine Jungfrau oder ein Mann."
"Es war ein Mann, der in einem Frauenkörper, wie in einem Käfig eingesperrt war."
"Hmm?"
"Genauso, wie der Junge im Körper eines Katers."
"Also es war ein Kater, der sich wie ein Junge fühlte?"
"Nein. Es war ein Jungen Herz, der im Käfig eines Katers steckte."
"Allmählich verstehe ich es."
"Es kommt auf das Herz an, was man fühlt?"
"Du meinst: du siehst nur mit dem Herzen gut...? --- Das kommt mir bekannt vor."
"Ja, deine Erinnerung kommt allmählich. Jetzt bist du auch soweit, es zu hören."
"Was, zu hören?"
"Dass ich, Du bin?"
"Wieso, das geht doch nun überhaupt nicht. Ich bin ich, Du bist du."
"Und, wenn ich sage, dass du ein Glatzkopf bist?"
"Dann sind wir beide glatzköpfige Buben. - Zwei: glatzköpfige Buben. Aber nicht ein und derselbe Glatzkopf. -- Denn ich bin hier, und du bist dort."
"Und trotzdem sind wir ein und derselbe. Denk mal genau darüber nach. Ich sage nichts mehr."
"Aber, das musst du mir erklären. Sag doch was. Ich sehe genau, wie du deine Lippen bewegst. Sprich lauter ich höre nichts. Sag was." Peterchen schwieg und der Glatzkopf bewegte auch nicht mehr die Lippen. Nach einem qualvollen Schweigen, schnappte Peterchen nach Luft, um was zu sagen, und in dem selben Augenblick, öffnete der Glatzkopf auch den Mund. Langsam näherte sich Peterchen dem Glatzkopf, und er näherte sich auch ihm. Aha, jetzt gibt er nach, und sagt mir die Antwort, dachte Peterchen und stiess mit seiner Nase an seine. Es war kalt und rutschig. Er wollte eine Hand heben um nach ihm zu greifen, da bemerkte er erst, dass sein Körper, total nackt war. Er hatte gar keine einzige Haare mehr an den Beinen, auch nicht an den Armen. Er hatte kein Fell mehr. Vielleicht bin ich ja wieder ein Junge. Ein Ganz normaler Junge, dachte Peterchen. Als er von seinem Körper aufschaute, da war der Glatzkopf weg.
"Hallo, Glatzkopf! Glatzköpfiger Jungeeee!" rief Perchen und liess seinen Augen über die Weide wandern, in der Hoffnung, irgendwo seinen Schatten zu sehen. Als er nichts fand, schaute er geknickt auf den Boden und da sah er ihn. Er war in der Erde drin und starrte ihn von da unten, ganz verwundert an.
"Ach da bist du ja, wie bist du denn in die Erde gekommen" fragte Peterchen und sah, dass der Glatzkopf dasselbe sagte, nur hörte er ihn nicht. Er blickte zur Seite, der Glatzkopf auch, er näherte sich ihm, der Glatzkopf kam auch näher. Peterchen stand auf, um zu sehen, was der Glatzkopf macht. dann sah er ihn nicht mehr. Dafür lag an der Stelle, wo der glatzköpfige Bub seinen Kopf rausstreckte ein Spiegel. "Herr jeh! Ich hab die ganze Zeit in den Spiegel geguckt?" sagte er und erinnerte sich an dessen Worte: ">Ich bin du<, hat der Glatzkopf gesagt. >Wir beide sind einunderselbe<, hat er gesagt. Das war mein Spiegelbild. Genau! Ich und mein Spiegelbild sind ein und derselbe. Habe ich mich mit meinem Spiegelbild unterhalten? Aber das geht doch nicht. Er hat doch was ganz anderes gesagt, als ich. Oh man Peterchen, was geschieht hier?" er stutze. "Ich hab Peterchen gesagt. Das ist mein Name. Hey, ich erinnere mich wieder. Ja, ich erinnerme mich, und das ist der Spiegel vom den Schlangensohn. Und kaum hatte ich da reingeguckt, da vergass ich wer ich bin und dann tauchte er auf, der glatzköpfige Junge... und dabei schaute ich nur in deeHeeh--- " Er konnte nicht weiterreden.
"HEEEEY! WAS SOLL DAAS!" schrie er.
Zwei Männer hatten Peterchen gepackt und zerrten ihn weg.